Testbericht Yuneec Typhoon H Pro mit RealSense
Autor: Peter Müller, 1. März 2017
Nach mehreren Jahren des Entwickelns und Bauens von eigenen Drohnen, nun mal eine Drohne out oft he Box. Nach langem hin und her habe ich mich entschieden, ein Drohne fix fertig aus der Kiste auszuprobieren. Gerne lasse ich Euch an meinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben.
Meine Wahl ist auf den Thypoon H von Yuneec mit Real-Sense gefallen. Dieser Multicopter ist ein Hexacopter (6 Arme). Es gibt ihn aus der Kartonbox mit AC-Sonar und im Rucksack mit Real-Sense. Neu besteht auch noch die Variante ihn mit einer Wärmebild- und Restlichtkamera auszurüsten. Stand März 2017.
Unboxing
Der Typhoon H kommt nicht aus der Box, sondern aus dem Rucksack. Was auffällt ist schon einmal die durchgehend gute Verarbeitung und der sehr funktionelle, wenn auch ein wenig grosse Rucksack. Alles ist geordnet und sauber verpackt durch die Klappbaren Arme des Thypoon H ist auch dieser bestens im Rucksack verstaut.
Alles dabei, Akkus, Ladegerät, Propeller inklusive Ersatz Propeller, Wizzard Stick (Handsteuerung, darauf komme ich später nochmal zurück) und die ST16 Steuerung, einzig der Sendergurt ist nicht Bestandteil des gesamten Pakets.
Praxistest
Nach dem Einlesen und Studieren der Anleitungen (geht doch einige Zeit, ist aber sehr zu empfehlen die 28 Seiten durch zu lesen), ist der Thypoon H schnell eingestellt und kalibriert. Alles ist Menü geführt und wird sehr einfach Schritt für Schritt auf dem Touchscreen der ST16 erklärt.
Wichtig: Auf der ST16 den Advanced-Mode aktivieren, damit alle Funktionen und alle Schalterpositionen benutzt werden können.
Die vielen Knöpfe auf der Steuerung relativieren sich sehr schnell, denn alle haben Ihre Funktion und sind doch sehr übersichtlich und logisch angebracht

Nach einiger Zeit des Wartens (Binden der Kamera und der Steuerung geht bis zu 4 Minuten) ist es nun so weit.
Also mutig den Start Knopf drücken und nach dem Start der Rotoren beherzt Gas geben. Siehe da, der Copter fliegt einwandfrei und ist sehr stabil in der Luft und leiser als ich es erwartet hätte. Auf Bewegungen der Steuerknüppel reagiert er sehr direkt aber nicht zu stark, ist ja auch eine Kameradrohne und kein Racecopter.
Kamera
Die Kamera CG03+ ist im Grunde eine verbesserte Version der CGO3 wie sie im Q500 4K verbaut ist. Die Kamera kann Videos in 4K bei 30 Bildern pro Sekunde oder 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Sie macht 12-Megapixel Aufnahmen und verfügt über ein verzerrungsfreies Objektiv, das nennenswert bessere Aufnahmen als eine GOPRO ermöglicht. Wirklich hervorzuheben ist, dass der verbaute 3-Achs Gimbal, mit der Möglichkeit 360 Grad zu schwenken, meist nur bei massiv teureren Drohnen zu finden ist.
Die Bedienung der Kamera ist denkbar einfach, schwenken, zoomen und Auslöse-Knopf drücken. Fertig ist das gestochen scharfe Foto. Auch das Filmen ist einfach. Die Aufnahmen sind mit der 4k Kamera und dem Standard Gimbal einfach nur genial, es ist kein relevantes rütteln oder wackeln erkennbar, auch wenn man den Thypoon H einmal ein wenig dynamischer bewegt wird.

Ein besonderes Merkmal gilt den Flugmodi
Der Thypoon H verfügt über verschiedene Flugmodi, die auf der ST16 nochmals erklärt werden. Das heisst, beim Anwählen eines Modes erscheint eine Schritt für Schritt Anleitung auf dem Display, welche selbsterklärend und sehr praktisch ist.
|
|
Orbit Me Bei diesem Flugmodus umkreist dich der Thypoon H auf einer Kreisrunden Bahn, deren Durchmesser und Höhe durch dich bestimmt werden. Die Kamera richtet sich in diesem Mode immer auf dich bzw. die Steuerung aus. |
|
|
Point of Interest (POI) Bei diesem Fugmodus umkreist der Thypoon H ein von dir ausgewähltes Objekt. |
|
|
Journey Bei diesem Fugmodus fliegt der Typhoon H automatisch bis zu 90 Meter weit weg, kommt zurück und macht dabei das perfekte Selfie aus der Luft. |
|
|
Curve Cable Cam Erfliege einfach eine unsichtbare Flugroute für den Typhoon H. Er wird die eingestellten Koordinaten abfliegen und die Kamera bleibt unabhängig davon kontrollierbar. |
Für mich am spannesten ist der CCC Mode. Bei diesem Mode wird die Flugroute "manuell" abgeflogen und die relevanten Wegpunkte können durch klicken auf der Steuerung gespeichert werden. Dadurch kann der Weg und die Kamera Position beim ersten abfliegen kontrolliert und festgelegt werden. Nach dem speichern wird die Route vom Typhoon H autonom abgeflogen. Die ST16 Steuerung wird zur Steuerung der Kamera verwendet.
Aus meiner Sicht ist der Curve Cable Cam-Mode ein Feature das den Thypoon H von den Konkurrenten klar abhebt.
Yuneec Wizard Stick
Die Wizard-Fernbedienung ist eine geniale Ergänzung zum Typhoon H von Yuneec. Ein kleines tolles gerät. Ich glaube, dass viele, die damit sich eröffnenden Möglichkeiten unterschätzen. Mit dem Stick ist es tatsächlich möglich den Thypoon vollumfänglich zu steuern. Es braucht eine kurze Eingewöhnung, danach macht es einfach nur noch Spass. Der Wizzard erlaubt einem, den Thypoon H von Yuneec, mit einfachen "Punkt-zu-fliegen" Befehlen zu steuern. Man zeigt einfach mit dem Wizzard in die Richtung, wohin die Drohne fliegen soll. Höhen-, Beschleunigungs- und Flugmodus-Einstellungen können mit Knöpfen auf dem Wizzard durchgeführt werden.
Auch Follow Me / Watch-Me ist spielerisch einfach. Mit dem Stick den Mode anwählen und schon folgt der Thypoon H dem Wizzard (resp. der Person die den Wizzard in den Händen hält) auf Schritt und Tritt.

Im Team Mode wird der Wizzard Stick zum Fliegen und Die ST16 Steuerung zur Kamerasteuerung verwendet. Damit wird der Thypoon H von Yuneec zu einer hochprofessionellen Kameradrohne.
Real Sence
Automatisches ausweichen in Flugrichtung??
Ja es funktioniert. Und das ganz einfach. Rechts oben auf der Steuerungen, den Schalter "Sonar-Hindernissvermeidungsschalter" auf Obstacel Avoid. stellen und Follow-Me als Flumodi wählen. Und schon folgt mir der Typhoon H und weicht allfälligen Hindernissen aus. Einziger Pferdefuss: Die Fluggeschwindigkeit reduziert sich auf maximal 16km/h.
Der Typhoon H von Yuneec ist mit Ultraschall Sensoren ausgerüstet und funktioniert auch bei Maschendraht Zäunen und im Dunkeln (getestet (:-)). Viele Konkurenzprodukte arbeiten mit optischer Erkennung und funktionieren bei diesen Tests nicht so gut oder gar nicht.
Fazit
Der Yuneec Thypoon H ist aus meiner Sicht, betreffend Preis/Leistung, in seiner Klasse ungeschlagen. Bei keinem anderen Anbieter ist das Angebot so durchgängig wie bei Yuneec. Für den Preis von ca. CHF1'600.- (www.modellmarkt24.ch, Stand 1.3.17), erhält man ein Rundum-Sorglos-Paket, das wirklich hät was die Werbung verspricht. Man muss keinerlei Software installieren, benötigt kein zusätzliches Tablet und kommt schon in der Transportbox resp. dem praktischen Rucksack. Ebenso finde ich die ST16 Steuerung und die Kombination mit dem Wizzard Stick einfach genial. Die Möglichkeit in einem Team Modus zu fliegen, mit zwei Steuerungen, findet man sonst nur bei deutlich teureren Modellen.
Der Typhoon H von Yuneec empfiehlt sich für alle Modellpiloten oder Fotografen die ein wirkliches Rundum-Sorglos-Paket haben wollen. Sowohl der Copter wie auch die Kamera sind im oberen, anspruchsvolleren Hobby-Bereich anzusiedeln.
Der Testbericht kann auch als PDF heruntergeladen werden:
/shop/ProdukteDetails/Yuneec Typhoon H Pro mit RealSense-Testbericht-Modellmarkt24.pdf



